Vor kurzem durfte ich eine Torte für einen Geburtstag und eine Taufe backen. Eine tolle Gelegenheit mit zwei Anlässen und vielen Gästen – die bietet sich mir normalerweise nicht so oft an. Und es ist sogar die erste zweistöckige Torte, die ich für euch mitgefilmt habe! 🙂

Bei solchen größeren Fondattorten sollte man sich vorab auch schon einige Gedanken zur Gestaltung machen. So ein Tortenprojekt kann ein wenig anstrengend werden – eine gute Planung hilft einem wirklich enorm und spart einiges an Arbeit.

Ich fange deshalb schon eine Woche vor dem Anlass mit der Planung an. Dazu schnappe ich mir ein großes Blatt Papier, auf dem ich mir alles aufschreibe, was ich machen möchte und dafür dann für die Torte benötige. Hierzu gehören die Böden, die Füllungen und die Fondantdeko. So hat man alles auf einem Blick und kann sich gleichzeitig eine Einkaufsliste zusammenstellen. In meinem Fall habe ich eine kleine Schoko- und eine große Zitronentorte gebacken: zwei verschiedene Böden und Füllungen, was schon für eine recht lange Einkaufsliste sorgt.

Viele machen sich während der Planung auch grobe Skizzen zur Torte, die vor allem die Deko veranschaulichen sollen. Ich habe das schon einige Male versucht, jedoch geht es bei mir dann immer so weiter, dass ich einfach mal mache und dann schaue, wohin mich das ganze führt 🙂 Ich mache mir also eher nur ein paar Grundgedanken zu den Farben, damit ich rechtzeitig die passende Menge an Fondant kaufen kann.

Sobald die Planung steht und alles eingekauft ist, geht es etwa drei Tage vor dem Anlass los. Das hängt dann natürlich auch davon ab, um wie viel Uhr die Torte abgeliefert werden muss; ich werde euch unten im Rezept nochmal genauer angeben, was ich wann gemacht habe. Grob gesagt läuft es so ab: am ersten Tag wird die Fondantdeko vorbereitet und die Böden werden gebacken, am zweiten Tag werden die Tortenfüllungen zubereitet und die einzelnen Torten werden gefüllt, von außen eingestrichen, mit Fondant eingekleidet und am dritten Tag werden die zwei Torten gestapelt und dekoriert.

 

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Zutaten Schokoböden (18cm):

4 Eier auf Raumtemperatur – eine Prise Salz – 160g Zucker – 150g Mehl – 30g Backkakao – 2 TL Backpulver

Zutaten Vanilleböden (26cm):

6 Eier auf Raumtemperatur – eine Prise Salz – 240g Zucker – 270g Mehl – 3 TL Backpulver – 2 TL Vanilleextrakt

Zutaten Schokobuttercreme:

4 Eiweiße (Eier Gr. M) – 120g Zucker – 40g Puderzucker – 330g Butter (Zimmertemperatur)

ca. 30g Backkakao – 30g Puderzucker

Zutaten Zitronenbuttercreme:

6 Eiweiße (Eier Gr. M) – 200g Zucker – 60g Puderzucker – 500g Butter (Zimmertemperatur)

150g Puderzucker – 1 große Bio Zitrone – Zitronenaroma (1 kl. Fläschchen) – ggf. 100g mehr Puderzucker

Fondantdekoration & weitere Zutaten:

Orangensaft zum Tränken der Böden – 700g gelben Fondant – 500g weißen Fondant

jeweils ca. 20g Fondant in verschiedenen Rosatönen, Gelb und Grün (für die Deko) – 1 Cake Board (dünn)

Speise- bzw. Bäckerstärke – ggf. Lebensmittelfarben – CMC Pulver – Zuckerkleber – 4 Tortenstäbe oder dicke Strohhalme

Arbeitszeit: ca. 10 gemütliche Stunden 🙂     Menge: für ca. 30 Personen     Schwierigkeit: ♥   

Tag 1 (Donnerstag):

1 Zunächst wird die Fondantdekoration vorbereitet, damit diese ausreichend Zeit zum Trocknen und Festwerden hat. Dazu habe ich mir jeweils 20g Fondant in verschiedenen Farben vorbereitet und mit jeweils 1/2 TL CMC Pulver verknetet. Dieses sorgt dafür, dass die Deko stabiler und fester trocknet.

2 Während ihr mit einer Fondantfarbe arbeitet, sollten die anderen gut mit Folie abgedeckt werden. Dann wird jeder Fondant auf etwas Stärke dünn ausgerollt und mit Ausstechern können gewünschte Motive ausgestochen werden. Legt die Deko zum Trocknen auf einen Teller oder beispielsweise in alte Toffifee Verpackungen. Fondantreste können gut verpackt gelagert und später wieder verwendet werden.

3 Außerdem habe ich einen Dekopiekser vorbereitet, für den ich weißen Fondant mit CMC Pulver verknetet und danach etwa 4mm dick ausgerollt habe. Mit einem runden Ausstecher habe ich ein Emblem ausgestochen, das für 10 Minuten antrocknen muss. Danach kann mit einem Zahnstocher, der in etwas Zuckerkleber oder Wasser getunkt wird, vorsichtig in das Emblem gestochen werden. Dieses könnt ihr nun ausdekorieren und dann zum Trocknen beiseite stellen.

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4 Weiterhin werden am ersten Tag die Böden gebacken. Mein Grundrezept für die Zubereitung von Biskuitböden findet ihr [hier]. Die passenden Mengen sind oben in der Zutatenliste zu finden.

5 Lasst die Böden nach dem Backen auskühlen und verpackt sie gut in Frischhaltefolie. Lagert sie über Nacht im Kühlschrank.

Tag 2 (Freitag):

1 Am zweiten Tag werden die Buttercremes für beide Torten vorbereitet. Dazu habe ich mein Grundrezept für eine italienische Buttercreme verwendet. Die genau Anleitung findet ihr [hier].

2 Die Grundmasse für die Buttercreme wird dabei für beide Torten ganz normal fertig gestellt und erst im Anschluss aromatisiert. Für die Schokotorte werden in die fertige Creme nur noch der Backkakao und Puderzucker untergemixt. Bei der Zitronencreme müssen wir vorher jedoch eine Zitronenpaste zubereiten, damit die Buttercreme nicht gerinnt.

3 Dazu wird eine große Bio Zitrone heiß abgewaschen. Anschließend wird die Schale fein abgerieben, bevor die Zitrone ausgepresst werden kann. Verrührt den Saft, die Schale und ein kleines Fläschchen Zitronenaroma mit ca. 150g Puderzucker. Je nachdem, wie groß die Zitrone gewesen ist, muss noch etwas mehr Puderzucker dazu, bis eine zähe Paste entsteht. Die können wir jetzt zum Aromatisieren unserer Buttercreme-Grundmasse verwenden.

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4 Sind beide Buttercremes vorbereitet, werden die Biskuits in einzelne Böden geschnitten. Meine Schokotorte hatte vier Böden und die Zitronentorte drei. Außerdem sollte die kleinere Torte auf einer Tortenpappe, einem dünnen Cake Board oder einer Kapa Platte gefüllt werden, damit wir die obere Torte einfach auf die untere setzen können.

5 Zum Tränken der Böden wird Orangensaft verwendet. Dann wird die Torte dünn gefüllt und einmal grob von außen eingestrichen, um alle Krümel zu binden. So geht es für eine Stunde in den Kühlschrank und die zweite Torte wird gefüllt.

6 Im Anschluss werden die Torten nochmal ein zweites Mal eingestrichen. Diesmal jedoch ein wenig dicker und vor allem ordentlich mit sauberen Kanten. Im Video könnt ihr euch das genauer anschauen!

7 Nach dem zweiten Einstreichen sollten die Torten nochmals für 30-60 Minuten gekühlt werden, bevor sie mit Fondant eingedeckt werden.

Tipp: Wenn man für einen bestimmten Anlass backt, kann man sich einige Umstände, wie beispielsweise das Wetter, nicht aussuchen. Sollte es sehr warm sein, ist es immer schwierig, Fondanttorten vorzubereiten. Durch den extremen Temperaturunterschied von Kühlschrank und Umgebung kann es passieren, dass der Fondant Blasen wirft, zu glänzen oder zu schmelzen beginnt. Da ist die Wahl der Fondantsorte entscheidend! Hier kann ich euch den Massa Ticino Fondant empfehlen, der sich super verarbeiten lässt und auch bei warmen Temperatur hält!

8 Der Fondant wird zunächst eingefärbt und gut durchgeknetet, damit er geschmeidig wird. Dann rollen wir ihn auf Speise- oder Bäckerstärke gleichmäßig aus. Ist die Fondantdecke wesentlich größer als die Torte, könnt ihr den Fondant locker mit dem Ausrollstab aufrollen und über der Torte ausrollen. Streicht den Deckel glatt und arbeiten euch nach unten voran, bis die Torte falten- und blasenfrei eingedeckt ist. Schneidet den Überschuss ab und glättet die Torte mit einem Smoother.

9 Sind beide Torten fertig eingedeckt werden sie über Nacht im Kühlschrank gelagert.

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Tag 3 (Samstag):

1 Am dritten Tag habe ich die Torten aufeinander gesetzt und dekoriert. Damit die obere Torte nicht in die untere einsackt, werden in die untere Torte Tortenstäbe oder auch Strohhalme zum Stabilisieren gestochen.

2 Aus meinen gelben und weißen Fondantresten habe ich jeweils einen dünnen, langen Fondantstrang gerollt und anschließend beide Stränge ineinander gewickelt. Diese Kordel wird mit etwas Zuckerkleber um die Tortenränder geklebt.

3 Zuletzt muss nur noch die ganze Deko vom ersten Tag mit Zuckerkleber auf die Torte geklebt werden. Dazu könnt ihr entweder frei drauf los kleben oder euch vorher zunächst alles lose auf die Torte legen, um ein genaueres Bild über das Ergebnis zu erhalten.

4 Nach einem kurzen Fotoshooting für den Blog ist meine Torte ein letztes Mal für ca. eine Stunde in den Kühlschrank gewandert, bevor ich sie zur Location gefahren habe. Na gut, ich habe mich fahren lassen und habe als Beifahrer die Torte auf meinem Schoß festgehalten. So kann man das Kunstwerk bei jeder Kurve ausbalancieren 😉

Ich hoffe, dass euch das Törtchen gefällt und euch das Video für eure Tortenkreationen hilfreich ist!

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Liebste Grüße,

eure Äna

 

 

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